Was sind Goldzertifikate?



Goldzertifikate sind Wertpapiere, die in unterschiedlicher Form und mit unterschiedlichem Hebel an die Goldpreisentwicklung gekoppelt sind. Sie werden von Anlegern gekauft, die an einem steigenden und auch fallenden Goldpreis partizipieren möchten, aber Gold nicht physisch aufbewahren wollen. Dennoch gibt es Goldzertifikate, die mit physischem Gold unterlegt sind, das die Emittenten in sicheren Tresoren aufbewahren.

Die Arten von Goldzertifikaten



Mit physischem Gold unterlegte Goldzertifikate werden meist in Form von ETFs - Exchange-Traded-Funds - aufgelegt, sie verbriefen die Lieferung des Goldes und bilden dessen Preis 1:1 ab. Geeignet sind sie für Anleger, die dem gesamten Geld- und Börsenwesen nur bedingt trauen und irgendwo eine Garantie dafür haben möchten, dass ihre Wertanlage physisch existiert. Dennoch möchten sie sich kein physisches Gold in den Tresor legen. Neben dem ETF, einem ohne oder mit geringstem Ausgabeaufschlag gehandelten Fonds, können auch Inhaberschuldverschreibungen auf Gold erworben werden. Der Hintergrund für diese Anlage ist reine Psychologie, denn wenn es "hart auf hart" kommt (was die entsprechenden Anleger heimlich erwarten), stellt sich die Frage, inwieweit das Gold tatsächlich schnell genug physisch ausgeliefert wird. Dennoch ist diese Art von Anlage eine Überlegung wert. Des Weiteren gibt es Goldzertifikate wiederum in Form von reinen Gold- oder Edelmetallfondsanteilen, die keine physische Lieferung versprechen, sondern einfach die entsprechende Wertpapierentwicklung an den Goldpreis koppeln. Beide Sorten - ob physisch unterlegt oder nicht - haben in den 2000er Jahren beeindruckende Performances hingelegt. Ebenso wie der Goldpreis stiegen sie um mehrere Hundert Prozent. Die dritte Art von Goldzertifikaten sind Derivate, die gehebelt am Goldpreis partizipieren und auch bei dessen Fallen gewinnen können. Diese bedürfen einer etwas ausführlicheren Erläuterung.

Derivate als Goldzertifikat



Derivate sind gehebelte Handelsinstrumente, die auf jegliches Underlying - einen zugrunde liegenden Basiswert - von den Emittenten konstruiert und börslich gehandelt werden. Es gibt sie daher auch als Zertifikate auf Gold, sie heißen CFD oder Knock-out, können endlos laufen und bilden den Goldpreis mehr oder weniger stark gehebelt ab. Beim Endloslauf dieser Derivate entstehen gewisse Finanzierungsgebühren, die auch bei knapp einem Prozent täglich liegen können. Dafür schlägt die gehebelte Preisentwicklung den tatsächlichen Goldpreis um Längen, und zwar in beide Richtungen. Diese Wertpapiere können ihren eigenen Wert pro Tag verdoppeln (und auch verdreifachen), es sind Monatsgewinne von 1.000 Prozent möglich. Allerdings droht auch der Totalverlust, wenn der Goldpreis bestimmten K.o.-Schwellen berührt. Geschickte Trader kaufen die Papiere in beide Richtungen, setzen also auf einen steigenden und auch auf einen fallenden Goldpreis, seit sich Gold in der Range zwischen rund 1.550 bis 1.850 Dollar pro Feinunze bewegt. Ein entsprechender Knock-out macht allein in dieser Range um 600 bis 1.000 Prozent Gewinn - immer vorausgesetzt, der Anleger (Trader) liegt richtig oder managt seinen persönlichen Hedgefonds (das Setzen auf steigende wie fallende Kurse) sehr geschickt.