Wie verhält es sich steuerlich beim Goldkauf?



Der Goldkauf ist eine gute Möglichkeit, um sich gegen Krisen und Inflation abzusichern, Edelmetalle legen in Krisenfällen sogar oft noch an Wert zu. Experten raten daher, dass jeder Mensch etwa zehn Prozent seines Vermögens in Gold und Silber anlegen soll. Im Gegensatz zu einer Anlage in Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren ergeben sich dabei sogar steuerrechtliche Vorteile.

Beim Goldkauf kann die Mehrwertsteuer wegfallen



Grundsätzlich fällt beim Kauf von physischem Gold keine Mehrwertsteuer an, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Bei Goldbarren darf der Feingehalt nicht unter 995/1000 liegen. In Bezug auf Münzen sind die Vorschriften weitaus strenger:

  • Der Goldgehalt darf nicht unter 900/1000 liegen

  • Die Münzen dürfen nicht vor dem Jahr 1801 geprägt worden sein

  • Sie müssen im Ausgabeland anerkanntes Zahlungsmittel sein oder zu einem früheren Zeitpunkt akzeptiert worden sein

  • Um sicherzugehen, dass es sich dabei nicht um eine Anlagemünze handelt, darf der Preis für eine Münze nicht mehr als 80 Prozent des aktuellen Goldkurses betragen


Was auf den ersten Blick recht kompliziert ist, ist recht einfach einzuhalten, wenn der Anleger Münzen bei einem zertifizierten Goldhändler, wie feingoldhandel.de kauft.

Silber unterliegt der Mehrwertsteuer



Im Gegensatz zu Gold fällt beim Silberkauf stets die Mehrwertsteuer an.
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Das liegt daran, dass Silber nicht als Anlagemetall gilt. Da es auch in verschiedenen Industriezweigen zum Einsatz kommt, wird es als Industriemetall geführt. Seit 2014 werden für das grauschimmernde Metall deshalb Steuern in Höhe von 19 Prozent fällig. Silbermünzen unterliegen aber oft einer Differenzbesteuerung.

Das bedeutet, dass die Steuer im Einzelfall geringer ausfallen kann, nämlich dann, wenn der Händler bereits beim Import eine Vorsteuer verrichtet hat. Dann muss nämlich nicht der komplette Verkaufspreis, sondern lediglich die Differenz von Einkaufs- und Verkaufspreis versteuert werden.

Auch bei Platin und Palladium handelt es sich steuerrechtlich gesehen um Industriemetalle. Sie werden stets mit 19 Prozent besteuert.

Edelmetalle vs. Wertpapiere – wie werden Gewinne versteuert?



Wer bereits mit Aktien und anderen Wertpapieren gehandelt hat, weiß, dass laufende Gewinne wie Zinsen und Dividenden per Abgeltungssteuer versteuert werden, die üblicherweise pauschal bei 25 Prozent liegt. Ein entsprechendes Pendant gibt es für Edelmetalle nicht. Sie erzielen keine laufenden Gewinne und müssen daher auch nicht versteuert werden.


Auch beim Verkauf von Aktien muss die Abgeltungssteuer bezahlt werden. Für den Edelmetallverkauf hat der Gesetzgeber unterschiedliche Regelungen festgelegt. Befinden sich Gold oder Silber länger als ein Jahr im Besitz des Anlegers, werden für durch den Verkauf erzielte Gewinne keine Steuern fällig. Anders sieht es aus, wenn man kurzfristige Renditen erzielen möchte und das Edelmetall bereits vor Ablauf der einjährigen Frist verkauft. Dann müssen die Gewinne dem Finanzamt mittgeteilt werden. Allerdings gibt es einen Freibetrag bis zu einer Höhe von 600 Euro. Übersteigen die Einnahmen diesen Betrag, wird er komplett versteuert. In Bezug auf Goldwertpapiere sind die rechtlichen Regelungen wiederum anders.


*Stand April 2017, keine Steuerberatung und keine Gewähr