Entwicklung des Goldpreises über verschiedene Zeiträume



Für dem Fall, dass Sie sich für den Verkauf oder auch den Kauf von Gold interessieren, sollten Sie sich in den Grundzügen mit der Goldpreisentwicklung in den letzten Jahren einmal auseinandergesetzt haben. Aus diesen Entwicklungen lassen sich zahlreiche Rückschlüsse auf mögliche Kursentwicklungen in der Zukunft ziehen. In den folgenden Textabschnitten haben wir einige sehr interessante Entwicklungen des Goldpreises für Sie genauer unter die Lupe genommen. Interessant sind vor allem die unterschiedlichen Faktoren, welche auf den Goldpreis einwirken und für eine positive oder negative Entwicklung am Goldchart sorgen. Zur Einfachheit haben wir die Entwicklung des Goldpreises der letzten 40 Jahre in drei wichtige Etappen eingeteilt, auf welche in den folgenden Abschnitten im Detail eingegangen wird.

Die Gold Hausse in den 1970er Jahren (Bullenmarkt)



Im Januar 1970 lang der Goldpreis gerade einmal bei einem Wert von 66 Euro je Unze Feingold, im Januar 1980 hingegen lag der Wert für eine Feinunze Gold bei einem Wert von 594 Euro. Welche Gründe sind die Ursache für diesen enormen Wertanstieg je Unze Gold vom fast 2500 %? Bekanntlich wird der Goldpreis auf dem freien Markt gehandelt, sodass Preisbildung für Gold dem Angebot und der Nachfrage unterliegt. Gefördert wurde diese Entwicklung in den 1970er Jahren durch das Ende des Bretton Woods Systems. Gleichzeitig waren die 1970er Jahre geprägt von wirtschaftlichen Problemen, vor allem die USA und viele europäische Staaten hatten mit einem niedrigen Wirtschaftswachstum, hoher Arbeitslosigkeit, Neuverschuldung und einer hohen Inflation zu kämpfen. Nicht zu vergessen sind auch die globalen Konflikte während dieser zeitlichen Periode wie das Öl-Embargo der Arabischen Staaten, die Revolution im Iran, der Vietnamkrieg und die Invasion der Sowjetunion in Afghanistan. Bedingt durch diese Rahmenbedingungen war Gold für staatliche Investoren in Form der Zentralbanken, als auch private Investoren eine interessante und vor allem sichere Investitionsmöglichkeit. Ein anderes entscheidendes Kriterium war die Entkoppelung des Goldpreises vom US-Dollar. Seit diesem Zeitpunkt kann sich der Goldkurs unabhängig vom Dollar entwickeln, auch wenn der US-Dollar natürlich immer noch die Weltleitwährung ist und der Goldpreis überwiegend in Dollar notiert wird.

Goldchart 1970 bis 1980

Wichtige Daten in den 1970er Jahren



1971: Entwertung des U.S. Dollars.

1972: Goldpreis übersteigt erstmals den Wert von 100 Euro je Unze.

19. Mai 1973: Ende vom Bretton Wood System. Ende der Goldpreisbindung an den U.S. Dollar.

14. November 1973: In den USA wird der freie Handel mit Gold gelockert.

Oktober 1973 bis März 1974: Öl Embargo der OPEC Staaten führt zu einem rasanten Anstieg des Ölpreises und verursacht weltweit schwere ökonomische Krisen.

1974: Goldpreis übersteigt erstmals den Wert von 200 Euro je Unze.

21. Dezember 1974: In den USA wird der Privatbesitz von Gold wieder erlaubt. Viele weitere Staaten heben dieses Verbot ebenfalls im Zuge dieser Entscheidung auf.

1979: Beginn der Revolution im Iran.

24. Dezember 1979: Beginn der russischen Invasion in Afghanistan.





Die Gold Baisse in den Jahren zwischen 1981 und 2001 (Bärenmarkt)



Konnten Anleger im letzten Jahrzehnt einen Profit von fast 2500 Prozent innerhalb von 10 Jahren einfahren, so hat sich hingegen der Goldpreis je Unze in den Jahren 1981 bis 2001 um fast 60 Prozent reduziert. Vielfältige Gründe sprechen für diese negative Goldpreisentwicklung in der Börsensprache auch Bärenmarkt genannt. Waren die 1970er Jahre noch von wirtschaftlicher Stagnation und Inflation gekennzeichnet, ist die Periode zwischen 1981 und 2001 als deutlich wirtschaftsfreundlicher zu bezeichnen. Neben staatlichen Einflüssen, welche in den Industrieländern für eine kontrollierte Inflation gesorgt haben, ist vor allem das Aufkeimen neuer wirtschaftlicher Bereiche wie beispielsweise der IT ein Antrieb für die Wirtschaft in diesem Zeitraum. Bekanntlich fließen in wirtschaftlich stabilen Zeiten die Gelder der Investoren in Aktien und statische Anlagemöglichkeiten wie Gold spielen nur eine untergeordnete Rolle. Trotz der epochalen historischen Bedeutung des Falls der Sowjetunion hatte dieses Ereignis keine Auswirkung auf die Goldpreisentwicklung.

Goldchart 1981 bis 2001

Wichtigen Daten zwischen 1981 und 2001 bezüglich des Goldpreis



2. Januar 1981: Goldpreis liegt bei 586 Euro je Unze.

1982: Privatbesitz von Gold wird in China erlaubt. Im Jahr 1988 wird diese Regelung wieder rückgängig gemacht.

1986: Der Goldpreis liegt erstmals wieder unter 400 Euro je Feinunze.

1990: der Goldpreis liegt erstmals wieder unter 300 Euro je Feinunze.

1993: Mehrwertsteuerregelung für Gold wird aufgehoben.

26. Juli 1999: Der Goldpreis erreicht einen historischen Tiefststand seit zwei Jahrzehnten mit einem Wert von 238 Euro je Unze.

26. September 1999: Zahlreiche europäische Zentralbanken verpflichten sich den Verkauf von Gold kontrolliert abzuwickeln. Es werden verbindliche maximale Verkaufsmengen je Zentralbank und Jahr festgelegt.

März 2000: Platzen der Dot-Com Blase.


Die Gold Hausse seit dem Jahr 2001 (Bullenmarkt)



Bekanntlich folgt auf einen Bärenmarkt ein Bullenmarkt. Im Zeitraum von etwa 10 Jahren ab dem Jahr 2001, hat sich der Goldpreis von 281 Euro je Unze zu Beginn des Jahres 2001 auf einen Wert von 1.367 Euro je Unze in der Spitze am 24. August 2012 gesteigert. Dies bedeutet einen Anstieg von 485 Prozent in diesem Zeitraum. Bedingt durch die niedrigen Goldkurse in den beiden Jahrzehnten davor wurde die weltweite Goldproduktion der Minen heruntergefahren. Interessanterweise stieg die Nachfrage nach Gold für die Schmuckindustrie vor allem im asiatischen Raum (China und Indien) erheblich während dieses Zeitraums. Bedingt durch wirtschaftliche Krisen zum einen dem Platzen der DOT-COM Blase im Jahr 2000 und zum anderen dem Platzen der Immobilien Blase 2008, verloren viele Anleger Vertrauen in die Anlageformen Aktien und Immobilien. Auch sorgte die hohe Staatsverschuldung der USA für eine Schwächung des Dollars und damit gleichzeitig für einen steigenden Goldpreis. Neben privaten Anlegern welche vermehrt ab dem Jahr 2007 in Gold investierten, nutzten auch die Zentralbanken die verhältnismäßig niedrigen Goldpreise für den Goldzukauf.

Goldchart 2001 bis 2012

Wichtige Daten ab dem Jahr 2001 für den Goldpreis



2. Januar 2001: Der Goldpreis notiert bei 282 Euro je Unze.

11. September 2001: Bedingt durch die Terrorangriffe in den USA fiel der Goldpreis an nur einem Tag um fünf Prozent. Normalerweise bewegt sich die normale Schwankung des Goldpreises in einem Bereich von 0,25 bis 0,5 Prozent pro Tag. Direkt hatten die Anschläge keinen Einfluss auf die Goldpreisentwicklung, indirekt schon da durch den Kampf gegen den Terror die US-Haushaltsausgaben in die Höhe schossen, die Staatsverschuldung wuchs, der Dollar dadurch entwertet wurde und als Resultat der Goldpreis anstieg.

2005: Der Goldpreis übersteigt die Marke von 500 Euro je Unze

2008: Weltweite Finanz- und Immobilienkrise

2009/2010: Weltweit kaufen Zentralbanken Gold um Ihre Goldreserven aufzustocken. Viele weitere Zentralbanken kündigen an, auch weiterhin Ihre Goldreserven zu erhöhen.

2010: Goldpreis dotiert bei mehr als 1000 Euro je Feinunze.

24. August 2012: Der Goldpreis erreicht seinen Allzeit Höchststand mit 1367 Euro je Unze.


Schwankungsbreite des Goldpreises pro Jahr von 1999 - 2013



Schwankungsbreite des Goldpreises

Die Grafik zeigt die jährliche Schwankungsbreite des Goldpreises über die letzten 15 Jahre. Gut erkennbar ist, dass die Volatilität der Goldkurse seit 2005 stark zugenommen hat. Auch der Anstieg des Goldpreises pro Unze von 2005 bis 2011 lässt sich recht gut erkennen. Datenbasis ist jeweils das Londoner Goldfixing am Nachmittag. Quelle www.bundesbank.de

Die bisherige Goldpreisentwicklung im Jahr 2014 bis Ende September



Auf Basis des Londoner Nachmittagsfixings startete der Goldpreis mit ca. 897.- Euro ins Jahr 2014. Von hier ging es mit relativ kleinen Schwankungen bis zum bisherigen Jahreshoch von ca. 995.- Euro am 14. März 14, was ungefähr einem Wertzuwachs in Euro von ca. 11% entspricht.

Seitdem verläuft der Goldpreis in einer Seitwärtsspanne von ca. 911.- Euro im Tief und ca. 985.- Euro im Hoch und steht nun Ende September 2014 bei etwas über 950.- Euro, was einem Zuwachs von ca. 6% zu Jahresbeginn entspricht.

In Dollar sieht die Entwicklung des Goldpreises seit Jahresbeginn durch die Schwäche des Euro gegenüber dem US-Dollar völlig anders aus.

Gestartet mit ca. 1.225 $ zu Jahresbeginn notiert der Goldpreis in US-Dollar nun Ende September bei ca. 1.213 $, was einem leichten Minus von ca. einem Prozent entspricht.